Die Ringelrobbe (Phoca hispida) unser Tier des Jahres 2017 auf Traill Island in Nordost-Grönland

Die Ringelrobbe ist die häufigste Robbenart der Arktis. Mit mehreren Unterarten kommt sie in allen Meeren nördlich des Polarkreises vor. Das Nordpolarmeer wird von der Eismeer-Ringelrobbe (P. h. hispida) besiedelt. Ihr Bestand wird auf mehrere Millionen Tiere  geschätzt.Der deutsche Name der Ringelrobbe geht auf ihre charakteristische Färbung zurück: Das Fell ist mit hellen Ringen versehen, die dunkle Flecken auf grauem Grund umranden. Erwachsene Tiere werden durchschnittlich 135 cm lang und 70 kg schwer, die Männchen sind in der Regel etwas größer als die Weibchen. Ringelrobben halten sich meist im Packeis auf, wo Spalten und größere eisfreie Flächen (Polynjas) Fluchtwege und Öffnungen zum Atmen bieten. Die Jungen kommen in selbst gegrabenen Schneehöhlen zur Welt, die in der Nähe der Atemlöcher angelegt werden.
Ringelrobben sind die wichtigste Beute für Eisbären, die auf weiten Wanderungen das Packeis auf der Suche nach Nahrung durchstreifen. Durchschnittlich erbeuten sie dabei eine Robbe pro Woche. In den grönländischen Fjorden, so auch rund um die Insel Traill, lassen sie sich Ringelrobben vor allem zu Beginn des Sommers auf den noch zugefrorenen Buchten gut beobachten.

 

Während die Eismeer-Ringelrobbe in ihrem Bestand aktuell nicht gefährdet ist, steht es um die anderen Unterarten schlechter. Waren die Bestände der Ostsee-Ringelrobbe, der Ladoga-Ringelrobbe und der Saimaa-Ringelrobbe in der Vergangenheit vor allem durch Umweltverschmutzung bedroht, ist heute der Klimawandel die größte Gefährdung. In eisarmen Wintern müssen die neugeborenen Ringelrobben früher als gewöhnlich ins Wasser, wo ihnen ohne die schützende Fettschicht der Tod durch Verhungern und Erfrieren droht. Wenn der Schnee zu früh schmilzt, können die Jungen in ihren Schneehöhlen begraben werden, oder sie verlieren ihren Schutz vor Raubtieren, bevor sie Schwimmen und Tauchen gelernt haben.

(Fotos: Lars Holst Hansen)

 

 

Karupelv Valley Project

post@karupelv-valley-project.de